Sorge um die Gesamtschule

Sorgen um die Schulform Gesamtschule macht sich die Schulpflegschaft der Gesamtschule Borbeck. In einem offenen Brief fordern die Eltern den frisch gewählten SPD-Landtagsabgeordneten Thomas Kutschaty auf, „den Fortbestand der Gesamtschule mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu sichern”.

Absichtserklärungen exponierter Politiker von CDU und FDP und die Wahlprogramme der beiden Parteien geben nach Meinung der Brief-Verfasser Anlass zu der Befürchtung, „dass die Gesamtschule in der gegenwärtigen Form von der nächsten Landesregierung abgeschafft werden” solle.

Insbesondere die FDP habe den Eindruck erweckt, dass Gesamtschülern das „Privileg einer milderen Benotung im Vergleich zum dreigliedrigen Schulsystem eingeräumt” werde, monieren die Verfasser des Schreibens Andrea Bauer, Birgit Kaufhold, Ralf Dorweiler, Thomas Schönefuß und Dieter Schäfer – an den Abgeordneten. Jüngste Lernstandserhebungen hätten hingegen belegt, dass Gesamtschulen in den Jahrgangsstufen 9. und 10 im Vergleich mit Haupt- und Realschulengleichwertige Ergebnisse" erzielen.

Und weiter: "Bei der gymnasialen Oberstufe werden die Gesamtschulen mit ,Umsteigern‘ aus Gymnasien und ,Aufsteigern‘ aus Haupt- und Realschulen ,belastet‘. Trotz dieser zusätzlichen Schüler mit den unterschiedlichsten sozialen Hintergründen leisten die Gesamtschulen in NRW hervorragende Abiturergebnisse."

Auch arbeiteten die Gesamtschulen wegen der geringeren Lehrerbesoldung kostengünstiger als Gymnasien, heben die Eltern gegenüber dem Oppositionsabgeordneten hervor.