JuCaKa will mehr als ein Jugendcafé sein

Britta Altenkamp und Thomas Kutschaty

Das Jugendcafé Karnap ist in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes. es wurde gemeinsam mit Jugendlichen geplant. es wird gemeinsam mit jugendlichen organisiert. und es ist seit langer zeit – Experten sagen: seit über 20 Jahren – die erste derartige Einrichtung, die für jugendliche in essen neu eröffnet wurde.

JuCaKa heißt der Treffpunkt, der am Mittwoch offiziell seiner Bestimmung übergeben wurde. das ist abgekürzt für Jugendcafé Karnap. geöffnet montags bis freitags von 13 bis 21 Uhr (mittwochs ab 15 Uhr) bietet es am Karnaper markt gemütliche Innenräume. viel weiß wurde mit fröhlich bunten Farben kombiniert. die knalligen Sofas gefallen Alina am besten. als Schülerin der benachbarten Hauptschule engagiert sie sich im Team der Organisatoren und trat mit ihrer Hurt Band anlässlich der Neueröffnung auf dem Marktplatz auf. Auch Mitschüler Mohamed lobt: "Es ist nicht zu kindlich eingerichtet."

staunend und anerkennend nahmen die vielen Neueröffnungsgäste wahr, was aus der leer stehenden Wohnung geworden ist. Der SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Kutschaty erinnerte als 2. vorsitzender des Betreibers VKJ daran, wie Bezirksvertreter Guido Reil vor nicht mal zwei Jahren anregte: "wir können ein Café für jugendliche machen." angesichts der Finanzlage von Stadt und land schien das unmögliches unterfangen, und doch ist es gelungen. VKJ-Geschäfsführer Oliver Kern weist stolz darauf hin, dass abgesehen von der Anschubfinanzierung der Bezirksvertretung keine öffentlichen Gelder bebraucht wurden. den Sponsoren sei dank, und obwohl an diese doch viele wünsche gerichtet werden, hatten sie fürs JuCaKa ein offenes Ohr und eben solchen Geldbeutel. Kern: "Das war geradezu ein Selbstläufer."

Gebracht werden Sponsoren weiterhin. die verantwortlichen hoffen nun auf mittel von der Aktion Mensch, um die laufenden kosten zu decken. Verantwortung übernehmen auch die Jugendlichen aus dem Stadtteil und ihre Eltern. die engagieren sich ehrenamtlich im betrieb der Einrichtung.

mit den Öffnungszeiten montags bis freitags sind nicht alle zufrieden. was ist mit den Wochenenden? Oliver Kern bittet um geduld: "wir müssen erst sehen, wie sich das entwickelt. langfristig wollen wir aber auch ins Wochenende gehen." entwickeln muss sich nicht zuletzt die Nachbarschaft zu Wohnhäusern und Geschäften. ein Jugendcafé dürfte ohne Geräuschkulisse nicht zu haben sein. bisher aber hatten alle Nachbarn geduld – sogar mit den Hochdruckgeräten, die von Mitarbeiter Dennis Thom und den jugendlichen zur Reinigung des hof genutzt wurden. Pf

  • Nordanzeiger
  • Verein für Kinder und Jugendarbeit (VKJ)